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Eine kleine Erfolgsgeschichte
Fairplay statt Flugrekorde – Gleitschirmflieger verzichten auf Bundesliga-Punkte, um bedrohte Vogelart zu schützen – Mit Erfolg!
Fischach, 2026 Ein bemerkenswertes Beispiel für gelebten Naturschutz sorgt derzeit im Rothtal für Aufmerksamkeit: Die Pilotinnen und Piloten des Vereins Para-Air Augsburg West e.V. verzichten freiwillig auf wertvolle Punkte in der 1. Gleitschirm-Bundesliga, um die Brut des stark gefährdeten Kiebitz zu schützen.
Was wie ein klassischer Nutzungskonflikt zwischen Sport, Landwirtschaft und Naturschutz begann, entwickelte sich zu einer Erfolgsgeschichte, die zeigt, wie verantwortungsvolles Handeln aussehen kann.
Ein seltener Vogel stoppt den Flugbetrieb und die Piloten ziehen mit.
Auf einem Maisacker zwischen Horgau und Bieselbach haben sich im April drei Brutpaare des Kiebitz angesiedelt – einer Art, deren Bestand in Deutschland in den letzten 30 Jahren um rund 88 Prozent eingebrochen ist. Genau dieses Feld dient den Gleitschirmfliegern normalerweise als Schleppgebiet zum Starten der Gleitschirme.
„Als uns der Naturpark-Ranger über die Brut informierte, war klar: Wir stellen den Flugbetrieb ein“, sagt Bernhard Tochtermann, 1. Vorsitzender des Vereins. „Wir fliegen in der Bundesliga, aber der Schutz einer bedrohten Art wiegt schwerer als jeder Punkt.“
Viele Pilotinnen und Piloten sahen den Verzicht sogar als Chance, ein Zeichen zu setzen: „Echter Sportsgeist zeigt sich nicht nur in der Luft, sondern auch am Boden“, so Engelbert Kohler, Ehrenvorsitzender des Vereins.
Ein Sport, der Natur nicht verdrängt, sondern begleitet
Der Gleitschirmsport gilt als eine der naturverträglichsten Flugarten überhaupt: nahezu lautlos, emissionsarm und ohne Eingriffe in die Landschaft. Während des Fluges werden die Pilotinnen und Piloten häufig von Bussarden, Milanen oder Turmfalken begleitet; ein Hinweis darauf, wie gut sich der Sport in bestehende Ökosysteme einfügt.
„Sobald wir in der Luft sind, reagieren die Vögel kaum auf uns“, erklärt Tochtermann. „Wir teilen uns die Thermik. Manchmal fliegen Greifvögel sogar direkt neben uns. Das ist ein besonderes Erlebnis und zeigt, wie eng unser Sport mit der Natur verbunden ist.“
Warum der Startbetrieb problematisch wäre.
Während die Vögel auf Gleitschirme in der Luft kaum reagieren, liegt die Herausforderung am Boden: Für jeden Start wird ein 1,3 Kilometer langes Windenseil mit einem Quad über das Feld ausgelegt; genau dort, wo die Kiebitze brüten. An Bundesligawochenenden würde dies zu wiederholten Störungen führen.
„Die Startvorbereitungen wären in dieser Phase schlicht nicht verantwortbar“, so Tochtermann.
Naturpark vermittelt und schafft eine Lösung, die Schule machen könnte.
Eine Schlüsselrolle spielte der Naturpark Augsburg – Westliche Wälder e.V., der zwischen den Interessen vermittelte und ein Schutzkonzept entwickelte. „Dass hier ein so sensibles Brutgeschehen erfolgreich geschützt werden konnte, ist dem außergewöhnlichen Engagement aller Beteiligten zu verdanken“, betont Björn Raddatz, Geschäftsführer des Naturparks.
Naturpark-Ranger Maximilian Fader, der ein Kiebitz-Schutzprojekt leitet, koordinierte die Abstimmung zwischen Verein, Landwirt und Behörden. Der Landwirt stimmte zu, die Nester mit Bambusstäben zu markieren; ein wichtiger Schritt, um sie bei der Feldbearbeitung zu schützen. Gleichzeitig erhält er einen Ausgleich für mögliche Ertragsverluste. „Die Markierungen ermöglichen uns zudem eine störungsarme Beobachtung aus großer Distanz“, erklärt Fader. „Der Kiebitz reagiert besonders empfindlich auf Störungen am Boden.“ Sobald die Pulli, wie die Küken des Kiebitzes in der Fachsprache genannt werden, geschlüpft sind ist die Gefahr vorüber. Als Nestflüchter verlassen die Pulli innerhalb weniger Stunden den Gefahrenbereich. Dann kann der Flugbetrieb wieder aufgenommen werden.
Erst die Sorge, dann die Erleichterung: Die Brut war erfolgreich – gleich vier Jungtiere sind geschlüpft.
Lange war unklar, ob die Brut überhaupt gelungen war. Immer wieder schien es, als sei alles vergebens gewesen. Doch schließlich die erlösende Entdeckung: Vier quicklebendige Jungtiere. „Wir hatten schon das Schlimmste befürchtet, doch am Ende wurden wir belohnt“, sagt Ranger Fader, „Ein bedeutender Beitrag zum Schutz der bedrohten Art.“
Der Gleitschirmverein ist inzwischen wieder im Regelbetrieb und arbeitet daran, seinen Bundesligarückstand aufzuholen. „Die vier Jungtiere zeigen, dass unsere Entscheidung richtig war. Wir sind überglücklich.“, so Tochtermann.
Langfristige Zusammenarbeit
Naturpark und Gleitschirmverein wollen die erfolgreiche Zusammenarbeit verstetigen und langfristige Lösungen entwickeln, damit Kiebitze und Gleitschirme das Rothtal künftig gleichermaßen prägen.
„Genau hier liegt die Aufgabe des Naturparkvereins“, sagt Raddatz. „Wir wollen Wege finden, wie Natur und Mensch in unserer Kulturlandschaft harmonisch zusammenwirken können.“
Neue Sonderausstellung eröffnet ab dem 7. Juli
Sonderausstellung „Auf Spurensuche: KZ-Außenlager
im Naturpark Augsburg-Westliche Wälder“
Laufzeit: Dienstag, 7. Juli 2026, bis Sonntag, 3. Oktober 2027
Zielgruppe: alle ab 15 Jahren
Zwischen 1944 und 1945 wurden im heutigen Naturpark Augsburg – Westliche Wälder in Gablingen, Burgau (mit Waldwerk Kuno) sowie Horgau KZ-Außenlager errichtet, in denen Teile für das Düsenflugzeug Me262 produziert werden sollten.
Die Ausstellung beleuchtet die geschichtlichen Hintergründe dieser Außenlager und richtet den Blick auf die KZ-Häftlinge, die dort unter menschenunwürdigen Umständen leben und arbeiten mussten.
Da sich die Ausstellung primär an Jugendliche richtet, werden die Ausstellungsbesucherinnen und Besucher auf ihrem Rundgang von Selma und Philipp begleitet, zwei 16-Jährige fiktive Charaktere, die sich auf Spurensuche begeben und diese Geschichte der Region erforschen.
Außerdem stellen wir uns die Frage: „Was hat das mit mir zu tu?“ – „Warum ist Demokratie so wichtig?“
Modernisierung der Wanderwegbeschilderung im Naturpark Augsburg – Westliche Wälder startet
Presseinfo Landkreis Augsburg | Tourismus
Landkreis Augsburg fördert einheitliche Wegweisung
Der Naturpark Augsburg – Westliche Wälder verfügt über ein umfangreiches und abwechslungsreiches Wanderwegenetz, das seit
Jahrzehnten von Landkreisbürgerinnen und -bürgern sowie von
Besuchenden gleichermaßen genutzt wird. Die bestehende Beschilderung wird den heutigen Anforderungen an Übersichtlichkeit,
Sicherheit und ein zeitgemäßes Besuchermanagement nicht mehr
gerecht. Viele Wegweiser sind veraltet, manche teilweise beschädigt und nicht mehr einheitlich gestaltet. Um die Qualität des Naturparks als Erholungsraum nachhaltig zu sichern, hat die Mitgliederversammlung des Naturparkvereins eine umfassende Modernisierung der Wanderwegbeschilderung beschlossen, die nun mit
der Unterstützung des Landkreises bis April 2027 umgesetzt wird.
Landrat Martin Sailer betont: „Die Modernisierung der Wegweiser
ist ein wichtiger Schritt, um unseren Naturpark auch in Zukunft attraktiv und sicher zu gestalten. Klare und gut erkennbare Beschilderungen bieten Wandernden verlässliche Orientierung und steigern die Attraktivität unserer Region als Tourismusraum.“
Im Rahmen des Projekts wurde ein neues, einheitliches Beschilderungskonzept entwickelt, das die Wegführung im Naturpark klar
strukturiert und alle Hauptwanderwege übersichtlich abbildet. Die
alten Wegweiser werden ab sofort nach und nach durch moderne,
witterungsbeständige Blechschilder ersetzt, die eine klare, farbliche Orientierung ermöglichen und sich an gängigen Standards für
Wanderwege orientieren. Damit soll eine durchgängige und professionelle Wegweisung entstehen, die Besuchenden ein zuverlässiges und angenehmes Naturerlebnis bietet. Insgesamt werden rund
2.000 Schilder ausgetauscht und etliche Pfosten neu gesetzt.
Bildtext:
(v. l. n. r.) Landrat Martin Sailer, die Wanderwegebetreuer des Naturparks Augsburg – Westliche Wälder Theo Mayr und Hans-Peter Hehmann sowie Björn Raddatz, Geschäftsführer des Naturparks Augsburg – Westliche Wälder,freuen sich über die neue Wanderwegbeschilderung.
(Bildquelle: Julia Pietsch)
Veranstaltungen 2026
Das Veranstaltungsprogramm 2026 bietet wieder eine Vielzahl an Möglichkeiten, die Besonderheiten unseres Naturparks zu entdecken. Ob Sie die Natur bei einer Wanderung erkunden möchten, an einer Umweltbildungsmaßnahme teilnehmen möchten oder einfach nur die Ruhe genießen möchten – für jeden und jede ist etwas dabei.
Hier finden Sie alle Termine:
Neue Naturbotschafter:innen im Naturpark ausgezeichnet
Von April bis Oktober fand die diesjährige Junior-Ranger:innen-Ausbildung des Naturpark Augsburg – Westliche Wälder e.V. statt. Im gesamten Naturpark verteilt gab es insgesamt drei Gruppen: Die „Wildkatzen“ mit Ranger Max Fader bei Reutern, die „Fledermäuse“ mit Ranger Stefan Schonath am Weiherhof bei Gessertshausen und die „Waldohreulen“ mit Rangerin Carolin Rolle in Straßberg und Burgwalden.
Mit viel Spiel und Spaß wurden die Lebensräume Wald, Wasser und Wiese erforscht: Welche Tiere leben im Waldboden? Kann man mit Pflanzen malen? Wie lassen sich Tierspuren von Wildschwein und Reh unterscheiden? Wie baut man ein stabiles Vogelnest aus Naturmaterialien? Das sind nur einige Fragen, welche die Junior-Ranger:innen gemeinsam beantwortet haben. Auch den Themen „Feuer“ und „Survival“ wurde Zeit und Muße gewidmet: Nachdem mithilfe von natürlichem Zunder ein Feuer entfacht wurde, konnten über den Flammen so manche Leckereien zubereitet werden. Der richtige Umgang mit einem Kompass und einer Karte gehörte ebenfalls zur Ausbildung dazu, um sich im Wald besser orientieren zu können. Mitte Juli fand mit allen drei Ausbildungsgruppen eine Übernachtung statt. Dort spielte der Wolpertinger eine besondere Rolle, dessen „Spuren“ während einer Nachtwanderung verfolgt wurden. Im Oktober gab es das Abschlussfest im Kreise der Erziehungsberechtigten und Geschwister. Die rund 30 frisch gebackenen Junior-Ranger:innen sind künftig im Naturpark als Botschafter:innen für den Naturschutz unterwegs. In Aktivgruppen können sie sich künftig für den Schutz der Lebensräume sowie der Tiere und Pflanzen im Naturpark einsetzen.
Naturbegeisterte Kinder der 3. und 4. Jahrgangsstufe können sich auch im nächsten Jahr wieder von den Naturpark-Rangern des Naturparks Augsburg – Westliche Wälder als Junior-Ranger:in ausbilden lassen. Nähere Infos finden Sie auf unserer Homepage unter Umweltbildung – Junior Ranger. Die Anmeldung erfolgt über: jr@naturpark-augsburg.de
Anmeldeschluss ist Ende Januar.
Pilze – weder Pflanze, noch Tier
Sonderausstellung: 12.10.2025 – 12.04.2026
Spezielle Bewohner unseres Planeten sind Pilze. Pilze sind unersetzliche Partner im Wald. Sie räumen auf und fördern das Pflanzenwachstum.
Brot, Bier und Wein gäbe es nicht ohne Pilze. Ohne Pilze keine menschliche Zivilisation. Pilze sind schmackhaft – und lebensgefährlich!
Jedes Jahr sterben Menschen an selbst gesammelten Pilzgerichten, kein Wunder bei den vielen Tausend Arten. Forscher und Künstler haben
seit Jahrhunderten die Vielfalt der Pilze erforscht und katalogisiert. Wunderliches Aussehen und besondere Namen gehen Hand in Hand.
Der Fliegenpilz ist Teil des kollektiven Wissens, aber wer kennt den Kahlen Krempling, den Tintenfischpilz oder den Dicken Brummerling?
Die Kunst der humorvollen Pilzillustration bildet den Höhepunkt dieser Ausstellung. „Mein Lieblingsgiftpilz“ war Titel eines Malwettbewerbs
für Kinder. Deren fantasievolle Werke zeigen hier neue, noch unentdeckte
Giftpilze mit besonderen Eigenschaften und Namen. Lassen Sie sich verzaubern von der Schönheit unentdeckter Giftpilze, zeichnen Sie selbst einen neuen Giftpilz und machen Sie Ihr eigenes Pilz-Selfie!

Willkommen zum Regionalmarkt 2025
Am Sonntag, den 28. September lädt der Markt
Diedorf zusammen mit dem Naturpark Augsburg –
Westliche Wälder e.V. und der Regionalentwicklung
Augsburg Land West e.V. zum beliebten Regionalmarkt
nach Diedorf rund um das Schmuttertal
Gymnasium ein.
Freuen Sie sich auf „Leckeres und Schönes“ aus der
Region. Wir schließen uns auch in diesem Jahr dem
bundesweiten Tag der Regionen unter dem Motto
„Starke Regionen — starke Demokratie“ an.
Mehr als 40 Stände werden an diesem Tag eine
Fülle an regionalen Produkten und Köstlichkeiten
präsentieren.
Freuen Sie sich auf die ganze Vielfalt unserer Heimat:
Von frischen, saisonalen Lebensmitteln direkt
vom Erzeuger über hochwertiges, handgefertigtes
Kunsthandwerk aus heimischen Rohstoffen bis
hin zu spannenden Informationen rund um Natur,
Nachhaltigkeit und unsere Heimat. Treffen Sie die
Menschen hinter den Produkten, erfahren Sie mehr
über ihre Leidenschaft und Arbeit und genießen
Sie die einzigartige Qualität, die unsere Region zu
bieten hat.
Es ist die perfekte Gelegenheit, regionale Wertschöpfung
zu unterstützen und dabei selbst in den
Genuss bester lokaler Erzeugnisse zu kommen.
Junior-Ranger setzen sich aktiv für den Naturschutz am Welt-Ranger-Tag ein

Zum 31. Juli, dem internationalen Welt-Ranger-Tag, hatte sich der Naturparkverein Augsburg – Westliche Wälder e.V. eine besondere Aktion ausgedacht. Die Naturpark-Ranger haben gemeinsam mit den Junior-Rangern ein Vorkommen der Goldrute am Kaiserberg bei Dinkelscherben entfernt. Die Kanadische Goldrute ist nicht heimisch und verdrängt als invasive Art außerhalb des Gartens andere heimische Arten. Nach kurzer Einführung durch die Naturpark-Ranger gingen die Kinder mit Arbeitshandschuhen ausgestattet ans Werk. Mit purer Muskelkraft und jeder Menge Spaß ging es der Goldrute an den Kragen.
Mit über 30 Mitmach-Aktionen bundesweit feierten die Nationalen Naturlandschaften zusammen mit dem Bundesverband Naturwacht e. V. den diesjährigen Welt-Ranger-Tag. Rangerinnen und Ranger gaben Einblicke in ihre vielfältigen Aufgaben. Gleichzeitig machte der Welt-Ranger-Tag auf die weltweite Bedeutung der nicht immer ungefährlichen Ranger-Arbeit für den Natur- und Klimaschutz aufmerksam.
Aktionsraum „Glücksgefühl Natur“
Glück ist ein großes Wort, aber oft sind es Kleinigkeiten, die glücklich machen. Für die Bürgerinnen und Bürger ist der Naturpark Augsburg – Westliche Wälder Erholungsraum und für viele Lebewesen Lebensraum. Wie können alle glücklich sein? Welche Sinneserlebnisse können glücklich machen? Was können Waldbesucher zum Glück der Natur beitragen? In diesem Aktionsraum ist Mitmachen, Ausprobieren und Anfassen erlaubt und erwünscht.


